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Sicherheit von Systemen – ein Muss für Versorgung, Produktion, Mobilität und Freizeit

12.7.2016

© Foto MEV

Sicherheit von Systemen – ein Muss für Versorgung, Produktion, Mobilität und Freizeit

Berufsbegleitende Diploma of Advanced Studies (DAS) »Safety and Security Engineering« und »Resilience Engineering« starten im Oktober 2016. Von der Produktion über die Mobilität bis hin zu Versorgungsnetzen, Unterhaltung und Freizeit: Unsere Gesellschaft ist auf das zuverlässige Funktionieren einer Vielzahl an zunehmend komplexen technischen Systemen angewiesen. Durch die Vielschichtigkeit und Anwendungs-reichweite solcher Systeme wachsen jedoch auch ihre Fehleranfälligkeit, ihre Gefährdung »von außen« und ihr Gefährdungspotenzial für Mensch und Umwelt. Daher wird für Hersteller und Verantwortliche solcher Systeme ein effizienter, sicherheitstechnischer Nachweis immer herausfordernder. Das Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut, EMI und die Fraunhofer Academy bieten in wissenschaftlicher Kooperation mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zwei modulartig aufgebaute, berufsbegleitende Weiterbildungsprogramme zu den Themen »Safety and Security Engineering« und »Resilience Engineering« an. Beide enden mit dem Abschluss Diploma of Advanced Studies (DAS). Studienstart ist am 26. Oktober 2016. Bewerbungen für die einzelnen Module, die teilweise als Pilotmodule kostenlos angeboten werden, sind bis zum 15. September möglich.

Das Fraunhofer EMI entwickelt Technologien, Methoden und Prozesse, um technische Systeme und Strukturen sowie Gebäude, Stadtviertel und Infrastrukturen wider-standsfähig und robust gegenüber Gefahren zu machen. Der gesellschaftliche Bedarf in puncto Sicherheit spielt dabei ebenso eine Rolle wie der ökonomische oder ökologische. »Unser Anspruch ist es, Wissen aus der angewandten Forschung für die Gesellschaft nutzbar zu machen«, so Dr. Patrick Gelhausen, Projektleiter des wissenschaftlichen Weiterbildungsangebots am Fraunhofer EMI. »Systeme werden immer komplizierter und greifen immer mehr ineinander. Diese Wechselwirkungen müssen verstanden und die Akteure umfassend qualifiziert werden, um der Herausforderung nachhaltiger Sicherheit und Zuverlässigkeit gerecht zu werden«.

Die berufsbegleitenden Weiterbildungsprogramme »Safety and Security Engineering« und »Resilience Engineering«, deren Entwicklung im Rahmen des BMBF-Wettbewerbs »Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschulen« gefördert wurde, richten sich vor allem an Ingenieurinnen und Ingenieure in den Bereichen Elektrotechnik, Informatik, Mikrosystemtechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Robotik, Industrie-Automation oder Automotive, aber auch an Bauingenieure, Stadt- und Raumplaner- und Entwickler. Beide Angebote setzen sich aus den zwei Pflichtmodulen »Technische Sicherheit« und »Strukturelle Sicherheit« und jeweils einem Wahlmodul zusammen. Je nachdem, ob zusätzlich das Modul »Risikoanalyse« oder »Resilienzanalyse« gewählt wird, schließen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Diploma of Advanced Studies »Safety and Security Engineering« oder dem Diploma of Advanced Studies »Resilience Engineering« ab.

»Safety and Security Engineering« richtet sich vorrangig an Fachkräfte der operativen Ebene und Personen mit Führungsaufgaben im Bereich der technischen Sicherheit. Es beschäftigt sich mit der Risikoanalyse und der funktionalen und strukturellen Sicherheit von Systemen.

Resilience Engineering: Die Chancen resilienter technischer Systeme 

»Resilience Engineering« zielt im Vergleich zu »Safety and Security Engineering« auf ein innovatives ganzheitlicheres Konzept von Sicherheit ab: Neben der Risikoreduktion geht es um die schnelle Erholung oder sogar Verbesserung von geschädigten Systemen. Können diese Systeme nach Ausfällen schnell und effizient wiederhergestellt werden, ermöglicht dies neuartige, ressourcenschonende, resiliente Systemdesigns und damit Sicherheit beziehungsweise Risikokontrolle durch Resilienz. »Mit Resilience Engineering können wir Risiken besser verstehen: für Lebenszyklen und Einsatz-szenarien der Systeme, einschließlich potenzieller Schadensfälle«, erläutert Dr. Ivo Häring, wissenschaftlicher Leiter des Programms am Fraunhofer EMI. »Dies betrifft natürliche, anthropogene und menschenverursachte Schadensereignisse sowie die Auswirkungen von zufälligen und systematischen Fehlern. Daraus lassen sich Sicherheitsanforderungen innovativer und effizienter formulieren und umsetzen.«

Kombination von bewährten und innovativen Methoden 

Die beiden DAS-Weiterbildungsangebote decken einerseits in Schlüsselbranchen bereits bewährte Herangehensweisen ab, setzen aber auch auf alternative Sicherheits- und Nachweiskonzepte sowie innovative Methoden. Dr. Häring erklärt: »Passive, reaktive und aktive Sicherheitskonzepte sind zumindest in Kernbereichen und -industrien, wie etwa in der Industrieautomation oder in der Automotive-Branche, heute Stand der guten Entwicklungspraxis. Jedoch besteht auch hier ›Luft nach oben‹, wenn es darum geht, die dahinter stehenden Konzepte, Prozesse und Methoden effizienter anzuwenden und zu kombinieren. Dies gilt besonders bei neuen Fragestellungen und Produkten.«

Die Abschlüsse Diploma of Advanced Studies (DAS) und Certificate of Advanced Studies (CAS) 

Das Diploma of Advanced Studies (DAS) folgt dem anerkannten Standard der Swissuni, dem renommierten Weiterbildungsverbund der Schweizer Universitäten. Einzelne Module schließen mit dem Certificate of Advanced Studies (CAS) ab und können in beliebiger Reihenfolge oder auch parallel absolviert werden. Ein Baukastensystem ermöglicht die Kombination verschiedener Module je nach Wunsch zu CAS- oder DAS-Abschlüssen.

Weitere Informationen zum DAS »Safety and Security Engineering« auf www.academy.fraunhofer.de/de/weiterbildung/fertigungs-prueftechnik/safety-and-security-engineering.html.

Weitere Informationen zum DAS »Resilience Engineering« auf www.academy.fraunhofer.de/de/weiterbildung/energie-nachhaltigkeit/resilience-engineering.html.

Fraunhofer Academy

Die Fraunhofer Academy bündelt die Weiterbildungsangebote der Fraunhofer-Gesellschaft unter einem Dach. Neueste Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung fließen unmittelbar in die Lehrinhalte ein. Dies garantiert einen einzigartigen Wissenstransfer aus der Fraunhofer-Forschung in die Unternehmen. Die berufsbegleitenden Studiengänge, Zertifikatskurse und Seminare richten sich an Fach- und Führungskräfte. Sie basieren auf den Forschungstätigkeiten der Fraunhofer-Institute in Kooperation mit ausgewählten und renommierten Partneruniversitäten und Partnerhochschulen. Weitere Informationen auf www.academy.fraunhofer.de.

Fraunhofer Gesellschaft

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die führende Organisation für angewandte Forschung in Europa. Unter ihrem Dach arbeiten 67 Institute und Forschungseinrichtungen an Standorten in ganz Deutschland. 24 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bearbeiten das jährliche Forschungsvolumen von mehr als 2,1 Milliarden Euro. Davon fallen über 1,8 Milliarden Euro auf den Leistungsbereich Vertragsforschung. Über 70 Prozent dieses Leistungsbereichs erwirtschaftet die Fraunhofer-Gesellschaft mit Aufträgen aus der Industrie und mit öffentlich finanzierten Forschungsprojekten. Die internationale Zusammenarbeit wird durch Niederlassungen in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien gefördert.