ERNST – das Flugmodell entsteht

© Fraunhofer EMI
Die Filter des Filterrads werden in den optischen Strahlengang zwischen Optik und Detektormodul gedreht, um den Sichtbereich in verschiedenen Spektralbereichen aufzunehmen.

Die Entwicklung des Nanosatelliten ERNST geht im Jahr 2022 mit der Integration, den Tests und der Auslieferung des Flugmodells in seine finale Phase.

Der Nanosatellit ERNST vollbringt in mehreren Bereichen Pionierleistungen: Er ist das erste vollständig von Fraunhofer entwickelte Satellitensystem, der erste Kleinsatellit zur Unterstützung militärischer Aufgaben der Bundeswehr und der erste CubeSat von der Größe einer halben Bierkiste, der mit kryogekühlter Infrarotkamera so komplexe Aufgaben wie die Detektion von Raketenstarts durchführen wird.

Im vergangenen Jahr konnten trotz Beeinträchtigungen durch die pandemische Situation und daraus resultierenden Lieferengpässen die Konstruktion des Satelliten und die Implementierung seiner Subsysteme abgeschlossen werden. Nach dem Design-Freeze des Gesamtsystems erfolgte der Übergang in die Integrationsphase, zunächst auf Ebene der Subsysteme und Nutzlasten. Wichtige Komponenten wie die Kühler-Detektor-Einheit, das Lageregelungssystem oder auch ein entfaltbares Bremssegel wurden für die Flugmission fertiggestellt und Funktionstests unterzogen. Mit der zusätzlichen Bereitstellung des Reinraums und erweiterter Testvorrichtungen steht der Integration des ERNST-Flugmodells, des nach den Entwicklungsprototypen für den Raketenstart vorgesehenen eigentlichen Satelliten, nichts mehr im Wege.

Wegen Entwicklungsverzögerungen der neuen Version der flugzeugbasierten LauncherOne-Rakete verschiebt sich der Starttermin von Juni 2022 in den Januar 2023. Für ERNST bedeutet das mehr Spielraum für umfangreiche Systemtests mit dem Flugmodell vor dessen Auslieferung nach Kalifornien zum Ende des Jahres.

 

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Integrierte ERNST Infrarot-Hauptnutzlast mit Detektor-Kühler-Einheit, Filterrad und Optik in der generativ gefertigten optischen Bank.