Das Fraunhofer EMI entwickelt ein neues Planungstool.
April 2026. Ob Klimaforschung, Landwirtschaft, Versicherungen oder Katastrophenschutz – immer mehr Branchen arbeiten mit Satellitendaten. Gleichzeitig steigt die Zahl der Satelliten und der Datenanbieter kontinuierlich. Experten erwarten bis 2030 mehr als 20 000 Satelliten im Orbit. Die Folge: Die verfügbare Datenmenge steigt rasant an.
Für Anwender wird genau das zum Problem. Wer Satellitendaten für ein Projekt benötigt, steht häufig vor einer unübersichtlichen Angebotslandschaft. Welche Mission liefert welche Auflösung? Welche Spektralbänder sind verfügbar? Welcher Anbieter steht dahinter? Wann stehen die Daten zur Verfügung? Die Recherche kostet Zeit – und damit Geld.
Das Fraunhhofer EMI hat dafür eine Lösung entwickelt: das webbasierte Tool »EOx«, abgeleitet von Earth Observation Toolbox. In einer zentralen Datenbank erfassen Wissenschaftler Satellitenmissionen mit ihren technischen Eigenschaften – darunter die räumliche Auflösung, Spektralbänder und Blickfelder der verfügbaren Sensoren. Eine patentierte Berechnungsmethode ermöglicht Anwendern, auf einen Blick zu erkennen, welcher Satellit zu welchem Zeitpunkt welches Gebiet abdeckt und welche Bilddaten verfügbar sind. Projekte lassen sich so frühzeitig auf geeignete Datenquellen abstimmen.
Die Datenbank wird kontinuierlich aktualisiert und erweitert. Ziel ist es, EOx als Standardwerkzeug für Machbarkeitsstudien und die strategische Projektplanung im Bereich satellitengestützter Erdbeobachtung zu etablieren. Das System bildet zeitlich und räumlich differenzierte Anforderungen ab – einschließlich bewegter »Areas of Interest« wie etwa Schiffsrouten – und integriert auch frei verfügbare Archivdaten.
Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) fördert das Projekt. Eingesetzt wird EOx im Rahmen des Projekts »Multi-SMU« mit einer Laufzeit bis 2029.