Kritis-Check für Unternehmen und Betreiber

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Forscher am Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik EMI haben ein Tool entwickelt, das Unternehmen und Betreibern kritischer Infrastrukturen ermöglicht, ihren Handlungsbedarf schnell zu ermitteln. So lassen sich Sicherheitsrisiken effizient identifizieren und Maßnahmen einleiten.

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Für Betreiber kritischer Infrastrukturen gelten mit Verabschiedung des KRITIS-Dachgesetz strengere Vorgaben zum Schutz ihrer Einrichtungen.

Ende Januar 2026 verabschiedete der Bundestag das KRITIS-Dachgesetz. Ziel ist es, sicherheitsrelevante Infrastrukturen in Deutschland besser gegen Angriffe, Sabotage und Naturkatastrophen zu schützen. Für Betreiber von Kraftwerken, für Stromversorger und für Betreiber weiterer kritischer Infrastrukturen gelten damit künftig deutlich strengere Vorgaben. Gefordert sind unter anderem sektorenübergreifende Mindeststandards, systematische Risikoanalysen sowie ein kontinuierliches Störungsmonitoring.

 

Interaktiver Resilienz-Check mit 36 Fragen

Das Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik EMI reagiert auf die neuen Anforderungen mit einem webbasierten Self-Assessment-Tool. Unternehmen und Betreiber können damit ihre eigene Resilienz strukturiert überprüfen.

Herzstück ist ein interaktiver Fragebogen, der sich eng an der Gesetzesstruktur orientiert. In 36 Fragen werden die Themenfelder Risikoanalyse und -bewertung, Resilienzpflichten und -planung sowie weitere gesetzliche Verpflichtungen abgearbeitet. Das Tool zeigt transparent auf, welche Maßnahmen bereits umgesetzt sind – und wo konkreter Handlungsbedarf besteht.

Das Online-Angebot ist kostenfrei und nach Registrierung nutzbar. Es erfüllt die Anforderungen der DSGVO; personenbezogene Daten werden nicht abgefragt. Die Abfrage dauert weniger als 30 Minuten.

 

Strategische Planung statt nachträglicher Anpassung

Mit einer Bestandsaufnahme allein ist es nicht getan. »KRITIS-Betreiber, die ihr Unternehmen krisenfest machen wollen, müssen in strategische Maßnahmen investieren – etwa in Robustheit, Redundanz, Ressourcen und Reaktionsschnelligkeit«, betont Prof. Alexander Stolz, Leiter Sicherheit und Resilienz technischer Systeme am Fraunhofer EMI. »Das ist mit etwas Aufwand verbunden. Nachträgliche Anpassungen sind jedoch oft deutlich teurer als die von Anfang an systematisch integrierten resilienzsteigernden Maßnahmen.«

Das Fraunhofer EMI forscht seit Jahrzehnten zu Sicherheit und Resilienz technischer Systeme und unterstützt Entscheidungsträger in Bezug auf das KRITIS-Dachgesetz.

Wenn Sie das KRITIS-Tool nutzen möchten, kontaktieren Sie bitte Professor Alexander Stolz.