Geschäftsfeld Sicherheit
Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut, EMI

- Prozentuale Verteilung der Anschläge auf Flughäfen weltweit.
Risikoanalyse für Terroranschläge auf Flughäfen
FluSs
Das Projekt FluSs (Flughafen Sicherungssystem, www.flughafensicherungssystem.de) wird durch das Bundesministerium für Forschung und Bildung, BMBF gefördert. Ziel des Projektes ist es, ein vollständig integriertes Sicherheits-Management-System am Beispiel des Flughafen Frankfurt zu entwickeln. Im Rahmen des Projekts wurden Ereignis-, Schadens- und Risikoanalyse durchgeführt.
Durch die Auswertung einer eigens hierfür erstellten Datenbank (Ereignisanalyse) zu terroristischen Anschlägen zwischen 1968 und 2007 auf Flughäfen weltweit, wurde eine signifikante Bedrohung für europäische Flughäfen deutlich (Bild oben). Werden alle Anschläge berücksichtigt, so gab es im betrachteten Zeitraum ca. 5 Anschläge pro Jahr auf Flughäfen. Dabei wurden bei 10 % der Anschläge mindestens 10 Menschen getötet und 40 verletzt. Die Anschläge wurden meist mit Hilfe von Explosivstoffen durchgeführt und auf Parkbereiche (Parkhäuser, Parkplätze, etc.), auf Terminalgebäude, bzw. innerhalb des Gebäudes verübt.
Schadensanalyse

- Abbildung 4
Im nächsten Schritt (Schadensanalyse) werden beispielhaft Szenarien betrachtet, die auf Grund der Ereignisanalyse und Gesprächen mit Experten innerhalb des Projektes ausgewählt wurden. Als ein Szenario wurde eine Autobombe durch einen vor einem Terminal haltendes Fahrzeug angenommen. Die zu erwartenden Konsequenzen sind in Abbildung 4 zu sehen.
Hier sieht man eine Autobombe (rotes Rechteck) vor einem Terminal (Raster 100 m x 100 m).
Schadensklassen für Stahlbeton-Skelettbauten von Schadensklasse 1 (blau, leichte Schäden, z.B. kaputte Scheiben) bis 5 (rot (nicht richtig sichtbar), komplett zerstört).

- Abbildung 5
Das zweite Beispiel zeigt die zu erwartenden Konsequenzen durch Blast für Personen (Abbildung 5) und ein Bauteil (Stütze, Abbildung 6) im Fall einer Kofferbombe in der Wartehalle eines Terminals. Die Schadensanalyse dient dabei der Identifizierung sensitiver Bereiche.
Im letzten Schritt werden die Ergebnisse aus Ereignis- und Schadensanalyse in der Risikoanalyse zusammengeführt. Dabei werden beispielsweise Bewertungskriterien für eine Schadensbeurteilung der betrachteten Szenarien festgelegt (Tabelle2) und mit Hilfe der allgemeinen Kategorisierung in Tabelle1 tabellarisch bewertet. Für jedes Szenario kann so am Ende nach Formel 1 ein Risiko berechnet werden. Werden die Risiken der Szenarien gerankt, kann das Szenario mit dem größten Risiko identifiziert werden, welches Gegenmaßnahmen erforderlich macht.

- Abbildung 6
Grobe Abschätzung des zu erwartenden Schaden (links) an einer Stütze durch eine an der Stütze platzierte Kofferbombe. Dabei wird die Kofferbombe sehr grob als sphärische Kontaktladung approximiert.

- Tabelle 2
Tabelle 2: Mögliche Risikokategorien (Szenariowahrscheinlichkeit und verschiedene Kriterien für das Schadensausmaß) für Szenarien in tabellarischer Form beispielhaft ausgefüllt.
Formel 1:
Berechnung des Risikos aus Schadensausmaß S und der Wahrscheinlichkeit P
Risiko R = Wahrscheinlichkeit P Σ Schadensausmaß S


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